b. Die Existenz
§ 123
Die
Existenz ist die unmittelbare Einheit der Reflexion-in-sich und der
Reflexion-in-Anderes. Sie ist daher die unbestimmte Menge von Existierenden
als in-sich-Reflektierten, die zugleich ebensosehr in-Anderes-scheinen,
relativ sind, und eine Welt gegenseitiger Abhängigkeit
und eines unendlichen Zusammenhangs von Gründen und Begründeten bilden.
Die Gründe sind selbst Existenzen und die Existierenden ebenso nach
vielen Seiten hin Gründe sowohl als Begründete.
Zusatz.
Der Ausdruck Existenz (abgeleitet von existiere)
deutet auf ein Hervorgegangensein, und die Existenz ist das aus dem
Grunde hervorgegangene, durch Aufhebung der Vermittlung wiederhergestellte
Sein. Das Wesen, als das aufgehobene Sein, hat sich uns zunächst
als Scheinen in sich erwiesen, und die Bestimmungen dieses Scheinens
sind die Identität, der Unterschied und der Grund. Dieser ist die
Einheit der Identität und des Unterschiedes, und als solche zugleich
Unterscheiden seiner von sich selbst. Nun aber ist das vom Grund
Unterschiedene ebensowenig der bloße Unterschied, als er selbst die
abstrakte Identität ist. Der Grund ist das Aufheben seiner selbst,
und das, wozu er sich aufhebt, das Resultat seiner Negation, ist die
Existenz. Diese als das aus dem Grund Hervorgegangene enthält denselben
in sich, und der Grund bleibt nicht hinter der Existenz zurück, sondern
er ist eben nur dies, sich aufzuheben und in Existenz zu übersetzen.
Dies findet sich dann auch insofern im gewöhnlichen Bewußtsein, daß,
wenn wir den Grund von etwas betrachten, dieser Grund nicht ein abstrakt
Innerliches, sondern vielmehr selbst wieder ein Existierendes ist.
So betrachten wir z.B. als Grund einer Feuersbrunst den Blitzstrahl,
welcher ein Gebäude in Brand gesetzt hat, und ebenso als Grund der
Verfassung eines Volkes dessen Sitten und Lebensverhältnisse. Dies
ist nun überhaupt die Gestalt, unter welcher sich die existierende
Welt der Reflexion zunächst präsentiert als eine unbestimmte Menge
von Existierenden, die sich, als zugleich in sich und in Anderes reflektiert,
zueinander gegenseitig als Grund und als Begründetes verhalten.
In diesem bunten Spiel der Welt als des Inbegriffs des Existierenden
zeigt sich zunächst nirgends ein fester Halt, alles erscheint hier
nur als ein Relatives, bedingt durch Anderes und ebenso Anderes bedingend.
Der reflektierende Verstand macht es sich zum Geschäft, diese allseitigen
Beziehungen zu ermitteln und zu verfolgen; allein die Frage nach einem
Endzweck bleibt dabei unbeantwortet, und das Bedürfnis der begreifenden
Vernunft schreitet deshalb mit der weiteren Entwicklung der logischen
Idee über diesen Standpunkt der bloßen Relativität hinaus.
§ 124
Die Reflexion-in-Anderes des Existierenden ist aber
ungetrennt von der Reflexion-in-sich; der Grund ist ihre Einheit, aus
der die Existenz hervorgegangen ist. Das Existierende enthält daher
die Relativität und seinen mannigfachen Zusammenhang mit anderen Existierenden
an ihm selbst und ist in sich als Grund reflektiert.
So ist das Existierende Ding.
Das Ding-an-sich,
das in der Kantischen Philosophie so berühmt geworden, zeigt sich hier
in seiner Entstehung, nämlich als die abstrakte Reflexion-in-sich,
an der gegen die Reflexion-in-Anderes und gegen die unterschiedenen
Bestimmungen überhaupt als an der leeren Grundlage derselben
festgehalten wird.
Zusatz. Wenn behauptet
wird, daß das Ding-an-sich unerkennbar sei, so ist dies
insofern zuzugeben, als man unter dem Erkennen das Auffassen eines
Gegenstandes in seiner konkreten Bestimmtheit zu verstehen hat, das
Ding-an-sich aber nichts anderes ist als das ganz abstrakte und unbestimmte
Ding überhaupt. Mit demselben Recht übrigens, mit welchem vom Ding-an-sich
gesprochen wird, wäre auch von der Qualität-an-sich, von
der Quantität-an-sich und ebenso weiter von allen übrigen
Kategorien zu sprechen, und [es] würden darunter diese Kategorien in
ihrer abstrakten Unmittelbarkeit, d.h. abgesehen von ihrer Entwicklung
und inneren Bestimmtheit zu verstehen sein. Es ist insofern als
eine Willkür des Verstandes zu betrachten, wenn gerade nur das Ding
in seinem Ansich fixiert wird. Weiter pflegt nun aber auch das Ansich
auf den Inhalt der natürlichen sowohl als auch der geistigen Welt angewendet
und demgemäß z.B. von der Elektrizität oder von der Pflanze an sich
und ebenso vom Menschen oder vom Staat an sich gesprochen
und unter dem Ansich dieser Gegenstände das Rechte und Eigentliche
derselben verstanden zu werden. Hiermit verhält es sich nicht anders
als mit dem Ding-an-sich überhaupt, und zwar näher so, daß, wenn bei
dem bloßen Ansich der Gegenstände stehengeblieben wird, dieselben nicht
in ihrer Wahrheit, sondern in der einseitigen Form der bloßen Abstraktion
aufgefaßt werden. So ist z.B. der Mensch-an-sich das Kind, dessen
Aufgabe darin besteht, nicht in diesem abstrakten und unentwickelten
Ansich zu verharren, sondern das, was es zunächst nur an sich
ist—nämlich ein freies und vernünftiges Wesen—, auch für sich
zu werden. Ebenso ist der Staat-an-sich der noch unentwickelte,
patriarchalische Staat, in welchem die im Begriff des Staats liegenden
verschiedenen politischen Funktionen noch nicht zu ihrer begriffsmäßigen
Konstituierung gelange sind. In demselben Sinn kann auch der Keim
als die Pflanze-an-sich betrachtet werden. Aus diesen Beispielen
ist zu entnehmen, daß man sich sehr im Irrtum befindet, wenn man meint,
das Ansich der Dinge oder das Ding-an-sich überhaupt sei etwas für
unser Erkennen Unzugängliches. Alle Dinge sind zunächst an sich,
allein es hat dabei nicht sein Bewenden, und so wie der Keim, welcher
die Pflanze an sich ist, nur dies ist, sich zu entwickeln, so schreitet
auch das Ding überhaupt über sein bloßes Ansich, als die abstrakte
Reflexion-in-sich, dazu fort, sich auch als Reflexion-in-Anderes zu
erweisen, und so hat es Eigenschaften.
c. Das Ding
§ 125
Das
Ding ist die Totalität als die in Einem gesetzte Entwicklung
der Bestimmungen des Grundes und der Existenz. Es hat nach dem einen
seiner Momente, der Reflexion-in-Anderes, die Unterschiede
an ihm, wonach es ein bestimmtes und konkretes Ding ist.
a.) Diese Bestimmungen sind voneinander
verschieden; an dem Dinge, nicht an ihnen selbst, haben sie ihre Reflexion-in-sich.
Sie sind Eigenschaften des Dings, und ihre Beziehung auf
dasselbe ist das Haben.
Haben tritt als Beziehung
an die Stelle des Seins. Etwas hat zwar auch
Qualitäten an ihm, aber diese Übertragung des Habens auf
das Seiende ist ungenau, weil die Bestimmtheit als Qualität unmittelbar
eins mit dem Etwas ist und Etwas aufhört zu sein, wenn es
seine Qualität verliert. Das Ding aber ist die Reflexion-in-sich,
als die von dem Unterschiede, seinen Bestimmungen, auch unterschiedene
Identität.—Das Haben wird in vielen Sprachen zur Bezeichnung
der Vergangenheit gebraucht,—mit Recht, indem die Vergangenheit
das aufgehobene Sein und der Geist deren Reflexion-in-sich
ist, worin sie allein noch Bestehen hat, der aber dieses in ihm aufgehobene
Sein auch von sich unterscheidet.
Zusatz.
Am Dinge rekurrieren die sämtlichen Reflexionsbestimmungen als existierend.
So ist das Ding, zunächst als Ding-an-sich, das mit sich Identische.
Die Identität aber ist, wie wir gesehen haben, nicht ohne den Unterschied,
und die Eigenschaften, welche das Ding hat, sind der existierende Unterschied,
in der Form der Verschiedenheit. Während früher die Verschiedenen
sich als gegeneinander gleichgültig erwiesen und die Beziehung derselben
aufeinander nur durch die ihnen äußerliche Vergleichung gesetzt wurde,
so haben wir nunmehr am Dinge ein Band, welches die verschiedenen Eigenschaften
untereinander verknüpft. Übrigens ist die Eigenschaft nicht mit
der Qualität zu verwechseln. Man sagt zwar auch, etwas habe
Qualitäten. Diese Bezeichnung ist indes insofern unpassend, als
das Haben eine Selbständigkeit andeutet, die dem mit seiner Qualität
unmittelbar identischen Etwas noch nicht zukommt. Etwas ist das,
was es ist, nur durch seine Qualität, wohingegen das Ding zwar gleichfalls
nur existiert, insofern es Eigenschaften hat, jedoch nicht an diese
oder jene bestimmte Eigenschaft gebunden ist und somit auch dieselbe
verlieren kann, ohne daß es deshalb aufhört, das zu sein, was es ist.
§ 126
b) Die Reflexion-in-Anderes
ist aber auch im Grunde unmittelbar an ihr selbst die Reflexion-in-sich,
daher sind die Eigenschaften ebensosehr mit sich identisch, selbständig
und von ihrem Gebundensein an das Ding befreit. Weil sie aber die
voneinander unterschiedenen Bestimmtheiten des Dinges als
reflektiert-in-sich sind, sind sie nicht selbst Dinge, als welche konkret
sind, sondern in sich reflektierte Existenzen als abstrakte Bestimmtheiten,
Materien.
Die Materien, z.B. magnetische, elektrische
Materien, werden auch nicht Dinge genannt.—Sie sind die eigentlichen
Qualitäten, eins mit ihrem Sein, die zur Unmittelbarkeit gelangte Bestimmtheit,
aber einem Sein, welches ein reflektiertes, Existenz ist.
Zusatz.
Die Verselbständigung der Eigenschaften, welche das Ding hat,
zu Materien oder Stoffen, aus welchen dasselbe besteht,
ist zwar im Begriff des Dinges begründet und findet sich deshalb auch
in der Erfahrung, allein es ist ebenso gedanken- als erfahrungswidrig,
daraus, daß gewisse Eigenschaften eines Dinges, wie z.B. die Farbe,
der Geruch usw., sich als besonderer Farbstoff, Riechstoff usw. darstellen
lassen, zu folgern, daß damit alles abgetan sei und daß man, um dahinterzukommen,
wie es sich mit den Dingen eigentlich verhalte, weiter nichts zu tun
habe, als dieselben in die Stoffe zu zerlegen, aus denen dieselben
zusammengesetzt sind. Dieses Zerlegen in selbständige Stoffe findet
seine eigentliche Stelle nur in der unorganischen Natur, und der Chemiker
befindet sich in seinem Recht, wenn er z.B. das Küchensalz oder den
Gips in ihre Stoffe zerlegt und dann sagt, jenes bestehe aus Salzsäure
und Natron und dieser aus Schwefelsäure und Kalk. Ebenso betrachtet
dann auch die Geognosie mit Recht den Granit als aus Quarz, Feldspat
und Glimmer zusammengesetzt. Diese Stoffe, aus denen das Ding besteht,
sind dann zum Teil selbst wieder Dinge, die als solche abermals in
abstraktere Stoffe zerlegt werden können, wie z.B. die Schwefelsäure,
welche aus Schwefel und aus Sauerstoff besteht. Während nun dergleichen
Stoffe oder Materien tatsächlich als für sich bestehend dargestellt
werden können, so geschieht es auch häufig, daß andere Eigenschaften
der Dinge gleichfalls als besondere Materien betrachtet werden, denen
gleichwohl diese Selbständigkeit nicht zukommt. So spricht man z.B.
von Wärmestoff, von elektrischer und von magnetischer Materie, welche
Stoffe und Materien indes als bloße Fiktionen des Verstandes zu betrachten
sind. Es ist dies überhaupt die Weise der abstrakten Verstandesreflexion,
einzelne Kategorien, die nur als bestimmte Entwicklungsstufen der Idee
ihre Gültigkeit haben, willkürlich zu ergreifen und diese dann, wie
es heißt, zum Behuf der Erklärung, jedoch im Widerspruch mit der unbefangenen
Anschauung und Erfahrung, dergestalt zu handhaben, daß alle zur Betrachtung
gezogenen Gegenstände darauf zurückgeführt werden. So wird dann
auch das Bestehen des Dinges aus selbständigen Stoffen vielfältig auf
solchen Gebieten zur Anwendung gebracht, wo dasselbe keine Gültigkeit
mehr hat. Schon innerhalb der Natur, beim organischen Leben, erweist
sich diese Kategorie als ungenügend. Man sagt wohl, dieses Tier
besteht aus Knochen, Muskeln, Nerven usw., allein es leuchtet unmittelbar
ein, daß es damit eine andere Bewandtnis hat als mit dem Bestehen eines
Stücks Granit aus den vorhergenannten Stoffen. Diese Stoffe verhalten
sich vollkommen gleichgültig gegen ihre Vereinigung und können auch
ebensogut ohne dieselbe bestehen, wohingegen die verschiedenen Teile
und Glieder des organischen Leibes nur in ihrer Vereinigung ihr Bestehen
haben und getrennt voneinander aufhören, als solche zu existieren.
§ 127
Die Materie ist so die abstrakte
oder unbestimmte Reflexion-in-Anderes oder die Reflexion-in-sich
zugleich als bestimmte; sie ist daher die daseiende Dingheit,
das Bestehen des Dings. Das Ding hat auf diese Weise an den Materien
seine Reflexion-in-sich (das Gegenteil von § 125), besteht nicht an
ihm selbst, sondern aus den Materien und ist nur deren oberflächlicher
Zusammenhang, eine äußerliche Verknüpfung derselben.
§ 128
g) Die Materie
ist als die unmittelbare Einheit der Existenz mit sich
auch gleichgültig gegen die Bestimmtheit; die vielen verschiedenen
Materien gehen daher in die eine Materie, die Existenz in
der Reflexionsbestimmung der Identität zusammen, welcher
gegenüber diese unterschiedenen Bestimmtheiten und deren äußerliche
Beziehung, die sie im Ding aufeinander haben, die Form sind,—die
Reflexionsbestimmung des Unterschiedes, aber als existierend
und als Totalität.
Diese eine, bestimmungslose Materie ist auch dasselbe,
was das Ding-an-sich, nur dieses als in sich ganz abstraktes, jene
als an sich auch für-Anderes, zunächst für die Form Seiendes.
Zusatz.
Die verschiedenen Materien, aus denen das Ding besteht, sind an
sich die eine dasselbe, was die andere ist. Wir erhalten
hiermit die eine Materie überhaupt, an welcher der Unterschied
als derselben äußerlich, d.h. als bloße Forms gesetzt
ist. Die Auffassung der Dinge als sämtlich die eine und selbe Materie
zur Grundlage habend und bloß äußerlich, ihrer Form nach verschieden,
ist dem reflektierenden Bewußtsein sehr geläufig. Die Materie gilt
hierbei als an sich durchaus unbestimmt, jedoch aller Bestimmung fähig
und zugleich schlechthin permanent und in allem Wechsel und aller Veränderung
sich selbst gleichbleibend. Diese Gleichgültigkeit der Materie gegen
bestimmte Formen findet sich nun allerdings in endlichen Dingen: so
ist es z.B. einem Marmorblock gleichgültig, ob demselben die Form dieser
oder jener Statue oder auch einer Säule gegeben wird. Dabei ist
jedoch nicht zu übersehen, daß solche Materie wie ein Marmorblock nur
relativ (in Beziehung auf den Bildhauer) gegen die Form gleichgültig,
jedoch keineswegs überhaupt formlos ist. Der Mineralog betrachtet
demgemäß auch den nur relativ formlosen Marmor als eine bestimmte Steinformation,
in seinem Unterschied von anderen, ebenso bestimmten Formationen, wie
z.B. Sandstein, Porphyr u.dgl. Es ist somit nur der abstrahierende
Verstand, welcher die Materie in ihrer Isolierung und als an sich formlos
fixiert, wohingegen in der Tat der Gedanke der Materie das Prinzip
der Form durchaus in sich schließt und darum auch in der Erfahrung
nirgends eine formlose Materie als existierend vorkommt. Die Auffassung
der Materie als ursprünglich vorhanden und als an sich formlos ist
übrigens sehr alt und begegnet uns schon bei den Griechen, zunächst
in der mythischen Gestalt des Chaos, welches als die formlose Grundlage
der existierenden Welt vorgestellt wird. In der Konsequenz dieser
Vorstellung liegt es dann, Gott nicht als den Erschaffer der Welt,
sondern als bloßen Weltbildner, als Demiurgen zu betrachten. Die
tiefere Anschauung ist dagegen diese, daß Gott die Welt aus Nichts
erschaffen habe, womit dann überhaupt ausgesprochen ist, einerseits
daß der Materie als solcher keine Selbständigkeit zukommt, und andererseits
daß die Form nicht von außen an die Materie gelangt, sondern als Totalität
das Prinzip der Materie in sich selbst trägt, welche freie und unendliche
Form sich uns demnächst als der Begriff ergeben wird.
§ 129
Das Ding zerfällt so in Materie und Form,
deren jedes die Totalität der Dingheit und selbständig für
sich ist. Aber die Materie, welche die positive, unbestimmte
Existenz sein soll, enthält als Existenz ebensowohl die Reflexion-in-Anderes
als das Insichsein; als Einheit dieser Bestimmungen ist sie selbst
die Totalität der Form. Die Form aber enthält schon als Totalität
der Bestimmungen die Reflexion-in-sich, oder als sich auf sich beziehende
Form hat sie das, was die Bestimmung der Materie ausmachen soll.
Beide sind an sich dasselbe. Diese ihre Einheit, gesetzt,
ist überhaupt die Beziehung der Materie und Form, welche
ebenso unterschieden sind.
§ 130
Das
Ding als diese Totalität ist der Widerspruch, nach seiner negativen
Einheit die Form zu sein, in der die Materie bestimmt und zu Eigenschaften
herabgesetzt ist (§ 125), und zugleich aus Materien zu bestehen,
die in der Reflexion des Ding in sich zugleich ebenso selbständige
als negierte sind. Das Ding ist so, die wesentliche Existenz als
eine sich in sich selbst aufhebende zu sein, ist Erscheinung.
Die
im Ding ebenso gesetzte Negation als Selbständigkeit der
Materien kommt in der Physik als die Porosität vor. Jede
der vielen Materien (Färbestoff, Riechstoff und andere Stoffe, nach
einigen darunter auch Schallstoff, dann ohnehin Wärmestoff, elektrische
Materie usw.) ist auch negiert, und in dieser ihrer Negation,
ihren Poren, sind die vielen anderen selbständigen Materien, die ebenso
porös sind und in sich die anderen so gegenseitig existieren lassen.
Die Poren sind nichts Empirisches, sondern Erdichtungen
des Verstandes, der das Moment der Negation der selbständigen Materien
auf diese Weise vorstellt und die weitere Ausbildung der Widersprüche
mit jener nebulosen Verwirrung, in der alle selbständig
und alle ineinander ebenso negiert sind, deckt.—Wenn
auf gleiche Weise im Geiste die Vermögen oder Tätigkeiten hypostasiert
werden, so wird ihre lebendige Einheit ebenso zur Verwirrung des Einwirkens
der einen in die andere.
Wie die Poren (von den Poren im Organischen,
denen des Holzes, der Haut ist nicht die Rede, sondern von [denen]
in den sogenannten Materien, wie im Färbestoff, Wärmestoff usf. oder
in den Metallen, Kristallen u.dgl.) nicht in der Beobachtung ihre Bewährung
haben, so ist auch die Materie selbst, ferner eine von ihr getrennte
Form, zunächst das Ding und das Bestehen desselben aus Materien, oder
daß es selbst besteht und nur Eigenschaften hat, Produkt des reflektierenden
Verstandes, der, indem er beobachtet und das anzugeben vorgibt, was
er beobachte, vielmehr eine Metaphysik hervorbringt, die nach allen
Seiten Widerspruch ist, der ihm jedoch verborgen bleibt.